Über's Glücklich sein

 

Dieses soll mein Erstes Thema im Blog sein, weil ich denke, es ist eines dieser Themen, welche uns Menschen am meisten beschäftigen.

 

Es ist etwas, was wir uns alle wünschen. Etwas, was wir alle anstreben. Glücklich sein.

 

Aber was ist Glücklich sein überhaupt? Und vor allem, wie kommt man dort hin? Oder ist es etwa gar nicht nötig, dort hin zu kommen?!

 

Ich denke, es ist wie mit so Vielem: Die meisten Menschen haben eine unterschiedliche Auffassung von diesem Zustand. Ebenso eine unterschiedliche Auffassung, ob überhaupt und falls ja, wie weit so etwas Platz haben soll.

 

Für mich war dieses Thema bis vor ein paar Jahren, kein Thema.

Ich hatte mir nie bewusst Gedanken darüber gemacht. Ich lebte einfach so gut ich konnte und erfreute mich an dem, was mir Freude machte.

So arbeitete ich zum Beispiel immer schon sehr gerne. Ich kann mich gut daran erinnern, wie mir die Arbeit in der Hotellerie und dem Gastgewerbe Spass gemacht hat.

Aber auch später im Kinderhaus oder bei der Arbeit mit den Pferden fühlte ich mich immer sehr erfüllt.

Auch erfreute ich mich daran, Mutter sein zu dürfen.

Ich liebte diese Babys und wie sie wuchsen und immer grösser und gross wurden. Das fasziniert mich noch heute und noch heute empfinde ich es als eine Ehre, dies erlebt haben zu dürfen.

 

Aber glücklich? Glücklich war ich eigentlich nie. Es gab wohl Glücksmomente - viele mit den Kindern oder auf dem Rücken der Pferde.

Doch Glücklich sein?

Das zu wollen wäre mir wohl damals als sehr hochgegriffen vorgekommen. Ich war zufrieden, mit dem was ich hatte und machte mir über solche Sachen keine Gedanken. 

 

Wohl aber war ich unglücklich.

Irgendwie ist das schon kontrovers: einerseits war ich zufrieden und gleichzeitig unglücklich.

Man könnte meinen, das geht nicht. Aber das geht schon.

Ich denke, es hatte sich viel Schmerz aus meinem Leben angehäuft und ich war einfach zufrieden mit dem, was einen Lichtschimmer versprach.

Glücklich sein wäre da wie ein paar Stufen höher gewesen. Ich kam gar nicht auf die Idee, dies für mich zu wollen. 

 

Dazu muss ich aber auch sagen, dass Glücklich sein für mich damals etwas ganz anderes war, als ich es heute empfinde.

 

Heute ist Glücklich sein für mich, die felsenfeste Gewissheit zu haben, mit Allem, was mir in meinem Leben begegnet, zurecht zu kommen und für jede Situation, in der ich mich befinde, einen guten Weg zu finden und diesen auch umsetzen zu können.

 

Diese Gewissheit ist Glücklich sein für mich heute. Und ich kann sagen: Ich bin glücklich.

 

Wenn ich das sage und so in mich hineinhorche, empfinde ich ein wunderschönes Gefühl voller Ruhe, Frieden und zärtlicher Freude. Dies, obwohl ich mir dabei voll bewusst bin, dass nach wie vor für mich - wie für alle anderen Menschen auch -  die Möglichkeit besteht, Schmerzen, Trauer, Verlust und anderen unschönen Dingen zu begegnen.

Aber heute habe ich die Gewissheit, dabei in guten Gedanken bleiben zu können und gute Entscheide darüber zu treffen.

 

Damals war Glücklich sein in meinem Denken mit einem Mann gekoppelt. Ein liebender Mann, der mich glücklich machen wird. So eine Art Märchenprinz, der dann plötzlich vor meiner Türe steht und alles ist gut - ja! so wird es doch auch viel erzählt oder in Filmen dargestellt.

Ich glaubte auch wirklich jedes Mal daran, wenn ich mich verliebte. Glücklich wurde ich auf diese Weise aber nicht.

 

In meiner Kindheit war ich nicht mit diesem Glücklich sein geimpft worden - weder dieses Glücklich sein meines früheren noch heutigen Denkens.

Es war nicht Bestandteil meines Alltages. Meine Eltern führten nicht eine glückliche Ehe und dementsprechend war das Familienleben. Meine Mutter gab sich alle Mühe uns Kinder nichts davon mitbekommen zu lassen, wohl um uns zu entlasten - doch Kinder haben naturgegeben feine Antennen und bekommen mehr mit, als Eltern manchmal lieb ist, vor allem auch das Unausgesprochene. 

 

Als Erwachsene haben wir die Möglichkeit uns bewusst von unserer Kindheit zu distanzieren. Damit meine ich nicht, sie zu verdrängen, zu verleugnen oder zu ignorieren - im Gegenteil. Damit meine ich, sie bewusst anzuschauen, sie auseinander zu nehmen und durch sie das aufzubauen, was man als Erwachsener sich wünscht.

 

Das habe ich ja dann auch gemacht. Auch das mit dem Glücklich sein.

 

Den Grundstein dafür habe ich nach meiner Krebsdiagnose vor zehn Jahren gelegt. Mir wurde gesagt, man könne mir nicht mehr helfen und ich hätte noch etwa drei Monate zu leben. Zwei Wochen lang glaubte ich dem und dann entstand ein heisser, roter Feuerball aus Wut in mir drin. 

Kurz darauf sah ich in einem Dokumentationsfilm über die Shaolin Mönche, wie sie durch Meditation schmerzfrei Schläge aushalten konnten. Das veranlasste mich zu dem Entscheid, das kann ich auch. 

Natürlich war dies völlig am Verstand vorbei entschieden, doch in der Not wird so mancher Mensch mutig und erfinderisch.

 

Ich stellte mir das kleine Sätzchen "Ich bin vollkommen entspannt und komplett schmerzfrei" zusammen und meditierte dies monatelang.

Und das hat tatsächlich genützt! 

Auf diese Weise bin ich zu der Arbeit mit Affirmationen gekommen.

Ich dachte, wenn dieser eine kleine Satz sich umsetzen lässt, so sicher auch andere.

Eine dieser anderen Affirmationen war: "Ich bin glücklich."

 

Das war nicht ein von mir konstruierter Satz. Ich habe ihn von der ersten Person, welcher ich

nach der Diagnose wieder Vertrauen schenkte, übernommen.

Es war die Amerikanerin Louise L. Hay. Sie selber war an Krebs erkrankt und wieder geheilt. Vor drei Jahren ist sie im hohen Alter von einundneunzig Jahren gestorben.

 

Eines Tages, damals, suchte ich in einer Buchhandlung nach einer speziellen Ausgabe über Pferdeausbildung, dabei fiel mir ein dünnes Büchlein in die Hände.

Es hiess: "Heile deinen Körper / Liebe deinen Körper". Die Autorin Louise L. Hay erzählte darin offen ihre eigene Geschichte.

Das beeindruckte mich sehr. So offen über die Sachen zu reden, die einem widerfahren sind - das war für mich damals schon in sehr, sehr weiter Ferne.

Gleichzeitig faszinierte es mich, weil ich hier zum ersten Mal erfuhr, dass es Menschen auf dieser Welt gab, die gesundheitlich in ähnlichen Situationen waren wie ich aber wieder vom Krebs geheilt sind.

 

Ich kaufte das Büchlein und so setzte ich, dank Louise Hay, in mir den Grundstein auch wieder gesund werden zu können.

 

Diese Frau redete in ihren Texten unendlich viel von Liebe - das war für mich damals enorm befremdlich und ich liess diesen Aspekt mal vorsichtig in weiter Ferne stehen.

Unterdessen befasste ich mich mit dem "handfesteren" Teil des Buches: Einer dem Alphabet nach geordneten Liste mit verschiedensten Krankheiten und deren möglichen psychisch-geistigen Ursachen. Daneben standen jeweils Lösungsaffirmationen.

So kam ich mit dem Begriff Affirmationen in Kontakt und integrierte diese Methode in meine eigene Antwort und Lösungssuche betreffend eigener Genesung.

 

Ich besitze dieses kleine Büchlein immer noch - mittlerweile ist es abgegriffen und die meisten Seiten fallen auseinander.

Weitere Bücher von Louise L. Hay habe ich nicht. Auch keine anderen Produkte.

Trotzdem denke ich, sie war einer dieser guten Mitmenschen, die unzähligen Personen in grosser oder kleiner Not weitergeholfen haben. Und es nach ihrem Tod weiterhin tun.

 

So bin ich in der schwierigen Zeit des Lockdowns bei YouTube auf eine Morgenmeditation von ihr in Originalton gestossen.

Ich hatte bis dahin nie ihre Stimme gehört, mich auch generell von geführten Meditationen fern gehalten.

Doch in diesem Moment war ich tief berührt - einfach weil mir diese Frau so viel geholfen hatte. Sie hatte mich darin unterstützt "es" selber zu können und das mit nur einem kleinen Büchlein.

Sie hat mir das Gefühl gegeben in Freiheit ihr Wissen nutzen zu können und nicht dafür abhängig von ihr sein zu müssen.

Das ist nicht immer so. Oft versuchen Menschen anderen Menschen die eigene Meinung überzustülpen, aufzudrängen und zu missionieren. 

Das finde ich gar nicht gut und ich halte mich von solchen Menschen lieber fern.

Dieses Gefühl hatte ich mit dem kleinen Büchlein nicht. Die Texte waren so geschrieben, dass ich selber wählen konnte - was auch immer.

Ich habe mir während der Zeit des Lockdowns regelmässig diese Morgenmeditation angehört und es hat mir ungeheuer gut getan.

 

Bei der Arbeit mit dem Sätzchen "Ich bin glücklich" habe ich anfangs nicht daran geglaubt.

Auch war es für mich sehr schwierig das passende Gefühl dafür hervorzuholen. 

Und um das geht es ja bei der Arbeit mit Affirmationen. Damit sie effizient sein können, genügt es nicht die Wörtchen einfach aufzusagen, sondern man sollte sie fühlen.

 

Zu der Zeit dachte ich aber, dass Glücklich sein etwas mit einem Märchenprinzen zu tun hat und an den glaubte ich nicht mehr.

Also fing ich an, diese Affirmation zu hinterfragen.

War es denn überhaupt möglich oder nötig, immer glücklich zu sein - denn das drückte dieser Satz ja aus.

Wie sollte denn ein Leben aussehen, indem ich immer glücklich bin?!

Was war denn dann mit den Problemen? Es war ja nicht realistisch zu denken, dass irgendwann alle Probleme sich in Luft auflösten und keine mehr nachkamen - wie sollte ich denn das bewerkstelligen?! 

Gut, ich könnte vielleicht mich soweit bringen - doch was ist mit meinem Umfeld?!

Wäre es dann so, dass ich es dauernd irgendwie beeinflussen und manipulieren müsste, damit es "gut" auf mich reagiert?! 

Das wollte ich nicht!

 

Trotzdem liess ich nicht von diesem Sätzchen ab. Und dies hatte einen Grund.

Es sah schön aus und liess sich einfach aufsagen.

"Ich bin glücklich."

Das dazugehörende Gefühl hatte ich ja nicht so recht, also tönte es wohl manchmal eher wie Trotz der damaligen Situation gegenüber.

"Ich bin glücklich!"

 

Erst Jahre später, nachdem ich immer mehr Erfolgserlebnisse in meinem Heilungsprozess erfahren hatte, ist die Gewissheit in mir gewachsen, dass ich es schaffte, dass meine Methode funktionierte, dass ich immer wieder einen guten Weg für mich fand, dass ich immer wieder aufstehen konnte etc.

Irgendwann war diese Gewissheit dann so gross, dass mir - und erst dann - klar wurde: Ich BIN glücklich.

 

Ja, manchmal zäumt man eben das Pferd von hinten auf - vor allem, wenn man schon im Sattel sitzt und einem erst da in den Sinn kommt, dass ein Zaum um den Kopf des Pferdes noch gut wäre.

 

 

Dir liebe Leserin und lieber Leser wünsche ich von Herzen ein glückliches Leben!   

 

Deine Eli

 

 

PS: Um noch auf den Märchenprinzen zurück zu kommen ... Glücklich sein in einer Beziehung ist in meinem Denken, als Liebespaar diese felsenfeste Gewissheit zu empfinden - der Eine dem Anderen gegenüber und umgekehrt. Dem sagt man dann wahre Liebe.

Es ist absolut nicht, immer alles richtig und gut machen zu müssen - eher das Gegenteil davon.

Manchmal gibt es Prinzen, die wollen nicht König werden. Das bedeutet dann für die Prinzessin für ihr Leben lang verwehrt zu bekommen nicht Königin werden zu dürfen.

Das ist bitter.

Manchmal ist es auch die Prinzessin, die nicht Prinzessin sein will, denn dann würde sie ja Königin werden.

Gut, wenn diese Personen gelernt haben, selber in sich Glücklich sein zu können. Sich selber gegenüber die Gewissheit aufgebaut zu haben, Wege zu finden.

 

Glücklich sein geht auch bei der Arbeit. Glücklich sein bei und mit seiner Arbeit bedeutet für mich, die Gewissheit zu haben mit dem Arbeitgeber oder dem Team, den Kunden und der Arbeit an sich, die feste Gewissheit zu haben, für alle Situationen zusammen gute Wege zu finden und diese zusammen umsetzen zu können.

 

Das empfinde ich bei meiner Arbeit als mM-Therapeutin. Also eigentlich ist ja genau dies der Grundsatz von mM und durch meinen eigenen Weg mein Spezialgebiet geworden.

Hier könnte ich jetzt wohl sagen: Wie gut bin ich damals so krank geworden, habe ich von Klein auf schlimme Sachen erlebt und bin so sehr fallen gelassen worden ... all dies hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Und darüber bin ich glücklich.